Vorau liegt im sanften Hügelland im Osten der Steiermark, wo sich Wiesen und Wälder abwechseln. Der Ort erstreckt sich zwischen 470 und 1248 Metern Höhe, wobei der Pongratzer Kogel zu den höchsten Punkten zählt. Der Voraubach durchzieht das Gebiet und mündet schließlich in die Lafnitz, die im Norden die Grenze bildet. Die Gemeinde umfasst mehrere Ortsteile wie Puchegg, Reinberg oder Riegersbach, die zusammen eine Fläche von über 80 Quadratkilometern einnehmen.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Vorau im Jahr 1149, doch seine prägende Epoche begann 1163 mit der Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts durch Markgraf Ottokar III. Das Stift wurde zum kulturellen und religiösen Zentrum der Region und verlieh dem Ort 1280 das Marktrecht. Über die Jahrhunderte entwickelte sich Vorau zu einem wichtigen Ort für Bildung und Medizin, was sich etwa im Marienkrankenhaus zeigt.
Bekannt ist Vorau vor allem für sein imposantes Stift, dessen Bibliothek alte Handschriften bewahrt. Das Freilichtmuseum „Museumsdorf Vorau“ zieht Besucher an, ebenso wie die ungewöhnlich hohe Zahl an Lochsteinen und unterirdischen Steinanlagen in der Umgebung. Das Stift prägt bis heute das Bild des Ortes, der auch als Ausgangspunkt für den Ostösterreichischen Grenzlandweg dient. Persönlichkeiten wie der Opernsänger Johannes Chum oder der Fußballspieler Ferdinand Feldhofer stammen von hier.