Weilmünster liegt eingebettet im Taunus, wo der Fluss Weil ein breites Tal formt. Die Gemeinde gehört zum Landkreis Limburg-Weilburg und wird von Weilburg und Braunfels im Norden, Waldsolms im Osten sowie von mehreren kleineren Orten im Süden und Westen umgeben. Der Kernort ist das größte der zwölf Ortsteile und dient als regionaler Mittelpunkt für Handel und medizinische Versorgung.
Erstmals erwähnt wurde Weilmünster im frühen 13. Jahrhundert, doch schon im 9. Jahrhundert stand hier eine Kirche, erbaut durch das Kloster Fulda. Der Ort entwickelte sich zu einem Marktflecken mit regelmäßigen Märkten ab dem 17. Jahrhundert und war Sitz eines nassauischen Amtes. Seine wirtschaftliche Grundlage lag lange in der Metallverarbeitung: Schon im 15. Jahrhundert gab es Bergwerke und Hütten, die Silber, Blei und Kupfer förderten. Später prägte die Industrialisierung den Ort, doch der Rückzug der Buderus-Werke und die verpasste Anbindung an Bahn und moderne Verkehrswege schwächten seine Position.
Heute ist Weilmünster vor allem durch seine historische Bausubstanz bekannt. Die evangelische Kirche mit ihrem mittelalterlichen Wehrturm und das ehemalige Hüttenwerk Audenschmiede zeugen von der bewegten Vergangenheit. Ein besonderes Kapitel der Ortsgeschichte ist die Landesheilanstalt, die während der NS-Zeit Schauplatz von Zwangssterilisationen und Morden wurde. Ein Gedenkbuch erinnert an die Opfer. Die Landschaft rund um den Ort lädt zu Wanderungen ein, während die erhaltenen Fachwerkhäuser und die ruhige Lage im Weil-Tal den Charme des Marktfleckens ausmachen.