Wernigerode liegt am Nordostrand des Harzes, wo sich die sanften Ausläufer des Gebirges ins Vorland senken. Die Stadt wird von der Holtemme durchflossen, die hier vom Zillierbach und Barrenbach gespeist wird. Durch Wernigerode führen wichtige Verkehrswege wie die Bundesstraßen 6 und 244 sowie die Eisenbahnstrecke Halberstadt–Vienenburg. Südwestlich erstreckt sich das Waldgebiet Landmann, während der Brocken als markanter Gipfel nur wenige Kilometer entfernt ist. Der historische Kern besteht aus Altstadt und Neustadt, umgeben von Ortsteilen wie Hasserode, Nöschenrode und Schierke. Das Stadtgebiet reicht von etwa 215 bis 1141 Metern Höhe.
Die erste Erwähnung Wernigerodes stammt aus dem Jahr 1121, doch entstand der Ort vermutlich schon früher als Rodungssiedlung am Klint, wo sich einst eine Burg namens Schnakenburg befand. Im 12. Jahrhundert ließen sich hier die Grafen von Wernigerode nieder, die dem Ort seinen Namen gaben und ihn prägten. 1229 erhielt Wernigerode das Stadtrecht und entwickelte sich zu einem regionalen Zentrum. Die Stadt wuchs durch Handel und Handwerk, wobei die Lage an wichtigen Verkehrswegen ihre Bedeutung verstärkte.
Wernigerode wird wegen seiner farbenfrohen Fachwerkhäuser auch „Die bunte Stadt am Harz“ genannt. Besonders sehenswert ist das Schloss Wernigerode, das hoch über der Altstadt thront. Die Stadt ist umgeben von einer abwechslungsreichen Landschaft aus Wäldern, Hügeln und Flusstälern, die zu Wanderungen einlädt. Zudem ist Wernigerode für seine geologische Bedeutung bekannt, da hier die Harznordrandverwerfung verläuft, die Einblicke in Millionen Jahre Erdgeschichte bietet.