Yerres liegt im Nordosten des Départements Essonne, nahe der Grenze zum Val-de-Marne, eingebettet in die sanften Hügel der Brie-Region. Die Gemeinde erstreckt sich entlang der Flüsse Yerres und Réveillon, die hier durch eine breite, grüne Tallandschaft fließen. Im Westen grenzt der Ort an die ausgedehnte Waldfläche der Forêt de Sénart, während im Norden die Hochebene der Brie beginnt. Die höchste Erhebung bildet der Mont Griffon mit etwa einhundertsechzehn Metern, während die Flussniederungen auf etwa dreißig Metern Höhe liegen.
Der Ort entwickelte sich aus einer kleinen Ansiedlung um die Benediktinerabtei Notre-Dame und später das Kloster der Kamaldulenser. Ab dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert wurde Yerres zu einem beliebten Rückzugsort für Adel, Bürgertum und Künstler, die die malerische Flusslandschaft schätzten. Die Anbindung an das Eisenbahnnetz und die Nähe zu Paris beschleunigten im zwanzigsten Jahrhundert das Wachstum, sodass sich die Einwohnerzahl innerhalb von fünfzig Jahren verfünffachte. Heute ist Yerres vor allem eine Wohngegend mit gehobenem Lebensstandard.
Besonders prägend ist der weitläufige Park der ehemaligen Caillebotte-Residenz mit seinen historischen Gartenpavillons und alten Baumbeständen. Die Ufer der Yerres bilden eine fast durchgehende grüne Achse durch den Ort, gesäumt von Spazierwegen und Naturschutzflächen. Die Gemeinde wurde für ihre gepflegten Grünanlagen mit zwei Blumen im Wettbewerb der blumengeschmückten Städte ausgezeichnet. Neben dem Park lädt die historische Schlossanlage La Grange mit ihren Wassergräben und dem umliegenden Waldgebiet zum Verweilen ein.