Zerbst/Anhalt liegt im Norden Sachsen-Anhalts, wo sich der südliche Arm der Nuthe mit ihren nördlichen Zuflüssen vereint. Die Stadt befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen Magdeburg und Wittenberg, unweit der Elbe, und das Gelände fällt sanft von Osten nach Westen ab. Mit ihrer Fläche gehört sie zu den größten Gemeinden Deutschlands, auch wenn die Einwohnerzahl im Artikel nicht genannt wird.
Erstmals taucht der Ort als slawischer Gau-Hauptort Ciervisti in einer Urkunde des Bistums Brandenburg auf, lange bevor deutsche Siedler kamen. Im Mittelalter entwickelte sich neben der Burg eine Marktsiedlung, die durch Handel und Handwerk wuchs. Die askanischen Grafen machten Zerbst zu ihrer Residenz, doch Kriege wie der Dreißigjährige prägten die Stadt nachhaltig. Ein schwerer Brand und wiederholte Plünderungen hinterließen tiefe Spuren.
Heute prägen barocke Bauwerke wie das Schloss das Stadtbild, das auf den Fundamenten einer alten Wasserburg entstand. Der Barockkomponist Johann Friedrich Fasch gab der Stadt musikalisches Ansehen, und zu seinen Ehren finden regelmäßige Festtage statt. Die Verbindung zu Katharina der Großen, die hier geboren wurde, ist ein besonderes historisches Erbe. Die umliegenden Flusslandschaften und die gut erhaltene Altstadt laden zum Verweilen ein.