Agde liegt im südfranzösischen Département Hérault, wo der Fluss Hérault ins Mittelmeer mündet. Die Stadt besteht aus mehreren Ortsteilen: dem historischen Zentrum, dem Hafenort Le Grau d’Agde, der Halbinsel La Tamarissière und dem modernen Touristenzentrum Cap d’Agde. Ursprünglich direkt am Meer gelegen, liegt das Zentrum heute durch Verlandung fast vier Kilometer landeinwärts, während Cap d’Agde durch gezielte Stadtplanung wieder am Meer entstand.
Die Stadt wurde um 550 v. Chr. von griechischen Siedlern aus Massalia gegründet und trug den Namen Agathe Tyche. Später kam sie unter römische Herrschaft und entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz. Im Mittelalter wurde Agde Bischofssitz, erlitt aber wiederholt Kriege, Plünderungen und Seuchen. Erst im 19. Jahrhundert brachte die Eisenbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung, bevor der Tourismus ab den 1960er Jahren zur prägenden Kraft wurde.
Agde besticht durch sein mittelalterliches Stadtbild mit engen Gassen und der schwarzen Vulkansteinkirche Saint-Étienne. Das Cap d’Agde ist heute ein bekanntes Touristenzentrum mit einem der größten Naturistendörfer der Welt, einem Yachthafen und einem Wasserpark. Der Canal du Midi durchzieht das Gebiet und endet hier mit einer einzigartigen Rundschleuse. Jährlich locken ein Fischerstechen und ein Regionalmarkt Besucher an, während der Vulkan Mont Saint Loup mit seinem Leuchtturm einen besonderen Blickpunkt bietet.