Barßel liegt im äußersten Norden des Landkreises Cloppenburg, wo einst ausgedehnte Sümpfe das Bild prägten. Nur etwa einen Meter über dem Meeresspiegel gelegen, ist die Gemeinde von feuchten Niederungen umgeben, die einst häufig von Hochwasser heimgesucht wurden. Im Süden erhebt sich eine kleine Erhebung auf sieben Meter, während im Norden die Landkreise Ammerland und Leer angrenzen. Oldenburger und Papenburger Städte sind etwa 40 Kilometer entfernt, während Friesoythe und Westerstede nur rund 20 Kilometer trennen.
Erstmals im Jahr 1330 urkundlich erwähnt, lebten die Bewohner ursprünglich von Schafzucht und Fischerei. Doch nach wiederholten Raubzügen im 16. Jahrhundert, die ihre Existenz bedrohten, wandten sie sich dem Torfhandel zu. Kanäle und Wasserwege wurden ausgebaut, um den Rohstoff abzutransportieren. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort geplündert, doch später entstanden durch Moorkolonisation neue Ortsteile wie Barßelermoor und Elisabethfehn. Der Hafen entwickelte sich zum wichtigen Knotenpunkt der oldenburgischen Emsschifffahrt.
Heute prägen die Spuren der Fehnkultur das Landschaftsbild mit Kanälen, Entwässerungsgräben und Torfstichen. Besonders das Glittenberger Moor und das Godensholter Tief sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Die Gemeinde ist zudem bekannt für ihre Kapitäne, die einst die Weltmeere befuhren. Ein trauriges Beispiel ist der Untergang des LASH-Carriers „München“ im Jahr 1978, bei dem der Barßeler Kapitän Johann Dänekamp mit seiner Besatzung verschwand.