Bošice liegt versteckt im Vorland des Böhmerwaldes, wo sich das Tal des Baches Bošický potok durch das Freigebirge Brdo schlängelt. Umgeben von bewaldeten Hügeln wie dem Věnec oder dem Brdo, der mit fast 900 Metern zu den höchsten Erhebungen zählt, wirkt der Ort wie eine natürliche Grenze zwischen den sanften Hügeln im Osten und den dichteren Wäldern im Westen. Nachbarorte wie Čkyně oder Smrčná sind nur wenige Kilometer entfernt, während sich im Süden die markanten Gipfel des Mářský vrch und der Šibeničná hora erheben.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Keltenzeit zurück, als auf dem Věnec eine bedeutende Burgstätte entstand. Später gründeten Künische Freibauern das heutige Dorf, das 1314 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Durch den Ort führte einst ein Abschnitt des Goldenen Steiges, eines wichtigen Handelswegs, der die Region mit dem Landesinneren verband. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Bošice mehrfach die Besitzer, von Adelsfamilien wie den Rosenbergern bis zu den Grafen Thun und Hohenstein, und verlor dabei seine ursprünglichen Freiheiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es wieder Teil des tschechischen Gebiets und gehört seit 1961 zum Okres Prachatice.
Besonders sehenswert sind die alten gezimmerten Chalupen, die das ländliche Flair bewahren, sowie die kleinen Kapellen in den Ortsteilen. Auf dem Mářský vrch thront ein Aussichtsturm, der einst mit einer Kapelle ergänzt wurde, die heute jedoch zerstört ist. Die keltische Burgstätte auf dem Věnec und ein historischer Meilenstein bei Budilov zeugen von der langen Geschichte der Region. Naturfreunde schätzen das steinerne Meer auf dem Mářský vrch, ein geschütztes Reservat, das mit seiner kargen Felslandschaft beeindruckt.