Briesen (Mark) liegt im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree, eingebettet in das Berliner Urstromtal. Eine glaziale Rinne durchzieht das Gebiet, in der einst zahlreiche Seen lagen, die heute verlandet sind und nur noch als Moore und Restseen erkennbar bleiben. Die höher gelegenen Flächen bestehen aus Sanden. Im Norden schließt sich das 10 Kilometer lange Landschaftsschutzgebiet Madlitz-Falkenhagener Seengebiet an. Der Ort selbst liegt an einer historischen Handelsstraße zwischen Berlin und Frankfurt (Oder), die einst Handwerk und Industrie förderte.
Erstmals erwähnt wurde Briesen im Jahr 1403, doch schon im 17. Jahrhundert prägte das Kartäuserkloster Frankfurt (Oder) das Dorf, nachdem es die Ritter von Briesen abgelöst hatte. Kurfürst Joachim II. nutzte die Einkünfte für die Universität Frankfurt, bis er dem Kloster Ländereien entzog. Die Eisenbahnlinie Berlin–Frankfurt (Oder) brachte ab 1842 neuen Aufschwung, doch ein schwerer Unfall 1918 überschattete diese Zeit. Nach 1945 kehrte die ländliche Prägung zurück, während die Umgebung weiterhin durch Gewässer und Wälder bestimmt blieb.
Besonders sehenswert sind die Dorfkirchen in Alt Madlitz, Briesen, Falkenberg und Wilmersdorf, die unterschiedliche Baustile vom Frühgotik bis zum Neugotik vereinen. Ein markantes Denkmal erinnert an den Abschuss eines 66-Ender-Rothirschs durch Friedrich I. im Jahr 1696. Die Schleuse Kersdorf verbindet seit 1888 die Spree mit dem Oder-Spree-Kanal und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Persönlichkeiten wie die Ärztin und Widerstandskämpferin Doris Maase oder die Politikerin Franziska Giffey stammen aus Briesen.