Bülach liegt im Schweizer Kanton Zürich am westlichen Fuß des Dättenbergs auf einer Höhe von 428 Metern über Meer. Die Gemeinde umfasst neben der mittelalterlichen Altstadt die Ortsteile Eschenmosen, Nussbaumen und Heimgarten, während Niderflachs heute mit der Stadt verwachsen ist. Mit einer Fläche von über 1600 Hektar ist das Gebiet zu fast vierzig Prozent bewaldet, während ein Drittel landwirtschaftlich genutzt wird und ein weiteres Drittel Siedlungs- und Verkehrsflächen bildet.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Bronzezeit zurück, doch der Name Bülach erscheint erstmals 811 in einer Urkunde der Abtei St. Gallen. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einer befestigten Siedlung unter den Freiherren von Tegen, bevor er 1384 das Stadtrecht erhielt. Mehrfach wurde Bülach durch Brände und Kriege zerstört, darunter während des Sempacher Kriegs und des Alten Zürichkriegs. Die Reformation prägte das 16. Jahrhundert, als Johannes Haller als reformierter Pfarrer wirkte und die Region zu einem Zentrum des Täufertums wurde.
Heute ist Bülach vor allem durch seine historische Altstadt mit der reformierten Kirche aus dem frühen 16. Jahrhundert bekannt, deren Turm und Schiff später umgebaut wurden. Die Dreifaltigkeitskirche erinnert an die katholische Gemeinde, die sich erst im 20. Jahrhundert etablierte. Industriegeschichte schreiben das Glaswerk Vetropack und die Giesserei Sulzer, die heute jedoch nicht mehr bestehen. Die Umgebung mit dem Dättenberg und den ausgedehnten Wäldern bietet Naherholung, während moderne Neubauten wie das Glasi-Quartier auf ehemaligem Industrieareal entstanden sind.