Calbe liegt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt, direkt am linken Ufer der Saale, die hier für Europaschiffe ausgebaut ist. Die Stadt befindet sich am Rand eines Endmoränenzugs und ist von geschützten Biotopen umgeben: Im Norden erstrecken sich die schilfbestandenen Gribehner Teiche, im Osten die Niederungen des Saalebogens und im Westen die bewaldeten Hügel des Wartenberges.
Erstmals erwähnt wurde Calbe im Jahr 936 unter dem Namen Calvo, doch bereits im 8. oder frühen 9. Jahrhundert gab es hier eine Ansiedlung. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem Handelszentrum, da die Saale die Ostgrenze der deutschen Gebiete bildete. Calbe erhielt 1160 das Marktrecht und gehörte bis 1680 zum Erzbistum Magdeburg, dessen Erzbischöfe ihren Zweitsitz im Schloss Calbe hatten. Die Stadt war auch Schauplatz der Reformation, als Martin Luthers Briefe hier 1517 entgegengenommen wurden.
Besonders sehenswert sind die historische Stadtbefestigung mit dem Hexenturm, der heute als Stadtarchiv dient, sowie die St.-Stephani-Kirche und das Rathaus mit seiner Rolandstatue. Ein weiteres Wahrzeichen ist der Bismarckturm auf dem Wartenberg, der an den Reichskanzler Otto von Bismarck erinnert. Wirtschaftlich prägte lange Zeit der Zwiebelanbau die Stadt, der ihr den Spitznamen „Bollencalbe“ einbrachte. Heute ist Calbe auch für seine metallverarbeitende Industrie und ein modernes Pflanzenölkraftwerk bekannt.