Cazorla liegt versteckt im Westen des großen Naturparks Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas, wo die Berge zwischen 750 und 850 Meter hoch sind. Der Ort ist von ausgedehnten Olivenhainen umgeben, doch durch sein Gebiet fließt der Guadalquivir, einer der längsten Flüsse Spaniens. Nur wenige Kilometer entfernt liegt das malerische La Iruela, während die Provinzhauptstadt Jaén etwa 130 Kilometer östlich und Granada rund 200 Kilometer südwestlich entfernt sind. Das Klima ist im Winter mild, im Sommer jedoch heiß und trocken, mit wenig Regen, der meist außerhalb der Sommermonate fällt.
Die Geschichte Cazorlas reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, wie Felsmalereien und andere Funde belegen. Später gab es hier eine iberische Siedlung und römische Bergbautätigkeit. Nach der Reconquista wurde der Ort christlich und dem Santiago-Ritterorden übergeben. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem 13. Jahrhundert, doch erst nach der Vertreibung der Juden und Muslime entwickelte sich Cazorla weiter. Die Wirtschaft basierte lange auf Landwirtschaft, Viehzucht und Handwerk, doch heute spielen auch Tourismus und Ferienhäuser eine Rolle.
Das Stadtbild prägen mittelalterliche Gassen und Plätze wie die Plaza de la Constitución, während das Castillo de la Yedra mit seinem restaurierten Bergfried über der Stadt thront. Die Kirche Santa María besticht durch ihre einzigartige Kassettendecke, und die Casa de las Cadenas erinnert an die Adelsgeschichte des Ortes. Jährlich locken Blues- und Theaterfestivals Besucher an, und die traditionelle Feria im September mit Stierkämpfen und Tanz ist ein Höhepunkt. Die steilen Anstiege rund um Cazorla machen den Ort auch für Radsportler zu einem anspruchsvollen Ziel.