Die Gemeinde Chiemsee liegt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und besteht ausschließlich aus drei Inseln im Chiemsee: Herrenchiemsee, Frauenchiemsee und der unbewohnten Krautinsel. Mit nur 2,57 Quadratkilometern ist sie flächenmäßig die zweitkleinste Gemeinde Bayerns und zählt etwa 140 Einwohner. Die Inseln bilden Exklaven des Landkreises Rosenheim, umgeben von der Wasserfläche des Landkreises Traunstein, zu dem die winzige Schalch-Insel gehört.
Die Geschichte der Inseln ist eng mit Klöstern verbunden, die bereits 782 durch Herzog Tassilo III. von Bayern gegründet wurden. Nach Zerstörungen durch Ungarneinfälle erlebten die Klöster Herren- und Frauenchiemsee zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert eine Blütezeit. König Ludwig II. erwarb 1873 die Herreninsel, um dort sein Neues Schloss Herrenchiemsee zu errichten. Die Fraueninsel wurde im 19. und 20. Jahrhundert zu einem Treffpunkt der Chiemseemaler, und hier tagte 1948 der Verfassungskonvent zur Vorbereitung des Grundgesetzes.
Die Inseln sind vor allem durch ihre Bauwerke bekannt: das von Ludwig II. erbaute Neue Schloss Herrenchiemsee, das Kloster Frauenchiemsee mit seiner romanischen Klosterkirche und die karolingische Torhalle. Die Gemeinde lebt heute hauptsächlich vom Tourismus, da es kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt, aber eine hohe Dichte an Gaststätten. Rad- und Autofahren sind auf den Inseln verboten, stattdessen verbindet eine Fähre die Inseln mit dem Festland.