Übersee liegt im Chiemgau am Südufer des Chiemsees, wo der Überseer Bach durch das Gemeindegebiet fließt und in den See mündet. Die beiden markanten Erhebungen Westerbuchberg und Osterbuchberg prägen die Landschaft, die einst vom Inn-Chiemsee-Gletscher geformt wurde. Nachbarorte sind Bernau, Grassau, Staudach-Egerndach und Grabenstätt.
Erstmals erwähnt wurde der Ort im 8. Jahrhundert als „Ubersee“, als das Kloster St. Peter in Salzburg hier Güter besaß. Später wurde der bayerische Herzog zum wichtigsten Grundherrn, der im 13. Jahrhundert die Vogtei über weitere Salzburger Besitzungen übernahm. Die Landwirtschaft prägte lange das Leben, bis nach dem Zweiten Weltkrieg der Tourismus aufkam und das Dorf veränderte. Bis in die 1930er Jahre litt Übersee unter regelmäßigen Überschwemmungen der Tiroler Ache, deren Spuren noch heute sichtbar sind.
Die neugotische Kirche St. Nikolaus, auch „Achentaler Dom“ genannt, ist ein bedeutendes Bauwerk. Das Exter Kunsthaus in Feldwies zeigt wechselnde Ausstellungen, während LaBrassBanda als bekannte Musikgruppe hier entstand. Jährlich finden Feste wie das Fischerfest oder das Weinfest der Feuerwehr statt. Der Chiemsee mit seiner Uferpromenade und dem größten Campingplatz am See zieht viele Besucher an.