Eichenzell liegt im osthessischen Landkreis Fulda, eingebettet zwischen dem Westlichen Rhönvorland im Osten und dem Kerzeller Fliedetal im Westen. Der Hauptort erstreckt sich etwa sieben Kilometer südsüdöstlich der Kreisstadt Fulda am Ostufer der Fulda, wo auch die Fliede aus Richtung Kerzell einmündet. Zu der Gemeinde gehören neben dem Kernort mehrere Ortsteile wie Büchenberg, Döllbach, Kerzell und Löschenrod, die sich über eine hügelige Landschaft verteilen.
Die Wurzeln Eichenzells reichen bis ins frühe Mittelalter zurück, als der Ort erstmals als „Eichencella“ in einer Schenkungsurkunde des Reichsklosters Fulda erwähnt wurde. Der Name deutet auf eine klösterliche Zelle hin, die nach einer Zerstörung durch die Hunnen wiederaufgebaut wurde. Schon zuvor waren andere heutige Ortsteile wie Lütter oder Döllbach besiedelt, was auf eine planmäßige Erschließung der Region nach der Klostergründung im Jahr 744 hindeutet. Prägend wurde später das Eichenzeller Schlösschen, das im 16. Jahrhundert im Renaissance-Stil entstand und bis heute als Wahrzeichen der Gemeinde dient.
Bekannt ist Eichenzell nicht nur für sein historisches Schlösschen, das heute die Gemeindeverwaltung beherbergt, sondern auch für den Spitznamen „Weckfresser“, der auf eine alte Tradition zurückgeht. Der Name entstand, weil die Einwohner trotz des langen Weges zu Festen auf dem Florenberg stets als Erste ankamen und alle Festtagswecken aufkauften. Heute prägen die katholische Prägung der Gemeinde mit mehreren Kirchen sowie die ländliche Idylle mit ihren Ortsteilen das Bild. Pläne für einen Stausee im Döllbachtal oder einen Flugplatz bei Rönshausen scheiterten indes am Widerstand der Anwohner.