Künzell liegt im hessischen Vorland der Rhön, wo sich die Landschaft vom sanften Stadtrand Fulda bis zu den bewaldeten Höhen der vorderen Rhön erstreckt. Der Giebelrain markiert den höchsten Punkt im Gemeindegebiet, von dem aus die Haune entspringt. Während die Kernbereiche Künzell und Bachrain nahtlos in die Bebauung der nahen Stadt Fulda übergehen, zeigen die umliegenden Ortsteile wie Dirlos oder Dietershausen das Bild traditioneller Dörfer, eingebettet in die umgebende Natur.
Die Wurzeln Künzells reichen bis in die Zeit der Klostergründung Fulda zurück, als sich ein Mönch namens Chindolf in der Talebene des Grezzbachs niederließ. Aus dieser Mönchszelle entwickelte sich eine Siedlung, die später nach ihrem Gründer Chindecella genannt wurde und schließlich zum heutigen Namen führte. Urkundlich erstmals 1165 erwähnt, gehörte das Gebiet lange zum Besitz des Klosters Fulda. Die Ortsteile wie Pilgerzell oder Engelhelms wurden bereits im 9. und 13. Jahrhundert erstmals dokumentiert, während Dietershausen sogar auf das Jahr 810 zurückgeht. Kirchliches Zentrum war über Jahrhunderte der Florenberg, wo eine erste Kirche im 10. Jahrhundert entstand und deren Wehrmauer noch heute an die Bedrohung durch die Ungarn erinnert.
Heute ist Künzell vor allem durch seine Verbindung zu Fulda geprägt, bleibt aber mit seinen Ortsteilen wie Dirlos oder Dassen ein eigenständiger Ort mit ländlichem Charakter. Die historische Kirche auf dem Florenberg mit ihrem romanischen Turm und der Wehrmauer aus dem 10. Jahrhundert zählt zu den markanten Bauwerken. Die Gemeinde ist bekannt für ihre Ortsbezirke, in denen die ehemaligen Gemeinden wie Pilgerzell oder Dietershausen ihre Identität bewahren. Bürgermeister Timo Zentgraf leitet seit 2015 die Gemeinde, die durch Eingemeindungen in den 1970er Jahren stark gewachsen ist und heute zu den größten hessischen Gemeinden ohne Stadtrechte gehört.