Gernsbach liegt im nördlichen Schwarzwald beiderseits der Murg, eingebettet in ein tiefes Tal mit steilen Hängen und markanten Bergen wie dem Merkur oder dem Teufelsmühle. Die Höhenunterschiede reichen von 152 bis 988 Meter, wobei der Ort durch ausgedehnte Waldflächen geprägt ist, die über vier Fünftel des Stadtgebiets einnehmen. Als Portalgemeinde des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord verbindet Gernsbach seine historische Altstadt mit der umliegenden Natur, darunter Hochmoore und geschützte Täler wie das Eyach- und Rotenbachtal.
Die Wurzeln der Stadt reichen ins frühe 13. Jahrhundert zurück, als sie erstmals als Genrespach urkundlich erwähnt wurde. Gegründet von den Grafen von Eberstein, profitierte Gernsbach vom Holzhandel der Murgschifferschaft und entwickelte sich zum politischen Zentrum der Grafschaft. Nach Konflikten und Teilungen stand der Ort über Jahrhunderte unter gemeinsamer Herrschaft von Baden und Eberstein, bis er schließlich badisch wurde. Im 19. Jahrhundert diente Gernsbach als Amtsstadt des Großherzogtums Baden.
Heute besticht Gernsbach durch seine historische Altstadt mit der St.-Jakobskirche und der einstigen Stadtbefestigung. Die umliegenden Naturschutzgebiete wie das Kaltenbronn mit seinen Hochmooren und das Infozentrum laden zu Wanderungen ein. Die Papierindustrie prägte lange die Wirtschaft, während die Stadt heute als Luftkurort und Wohnort mit Auspendlerüberschuss gilt. Zusammen mit Gaggenau bildet sie ein Mittelzentrum in der Region Karlsruhe.