Göschenen liegt im oberen Reusstal im Kanton Uri, umgeben von hochalpinen Landschaften. Die Gemeinde umfasst neben dem Hauptdorf die höher gelegenen Weiler Abfrutt, Wiggen und Gwüest im Göschenertal. Der Göscheneralpsee, ein Stausee westlich des Ortes, entstand durch die Überflutung der früheren Siedlung Göscheneralp. Die Reuss durchzieht das Tal und nimmt bei Wiggen die Voralpreuss auf, bevor sie als Göschenerreuss weiterfließt. Rechts der Reuss erstreckt sich das steile Riental, während das Göschenertal alpine Wanderwege und Schutzhütten des Schweizer Alpen-Clubs bietet.
Erst 1875 wurde Göschenen von Wassen unabhängig und zur eigenständigen Gemeinde erhoben. Seine Entwicklung war eng mit dem Bau der Gotthardbahn verbunden, der zahlreiche Arbeiter in den Ort brachte. Später prägten auch der Bau des Göscheneralpstausees und die Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels die Geschichte. Wirtschaftlich lebte der Ort lange von Landwirtschaft und Handel, bevor der Tourismus an Bedeutung gewann.
Besonders bekannt ist Göschenen für das Nordportal des Gotthardtunnels und den Bahnhof, der Ausgangspunkt der Schöllenenbahn nach Andermatt ist. Die malerische Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke und dem Urnerloch zieht Besucher an. Zu den Persönlichkeiten des Ortes zählen der Ingenieur Louis Favre, der während des Tunnelbaus starb, und der Schriftsteller Ernst Zahn, der hier als Hotelier wirkte. Die Gemeinde bewahrt zudem Spuren früherer Unruhen aus dem Jahr 1875.