Wassen liegt im Kanton Uri, hoch über dem linken Ufer der Reuss im oberen Urner Reusstal, wo die Meienreuss einmündet. Das Dorf befindet sich auf etwa 930 Metern Höhe, umgeben von den Urner Alpen, während der Stausee Pfaffensprung unterhalb liegt. Die Gemeinde umfasst neben dem Hauptdorf auch verstreute Siedlungen wie Meien, Dörfli, Färnigen, Husen und Kapelle, die sich entlang der Passstrasse zum Sustenpass verteilen. Nur ein kleiner Teil des Gemeindegebiets ist besiedelt, während Wälder, alpine Flächen und Gewässer den Großteil ausmachen.
Die ersten Bewohner waren romanisierte Kelten, bevor ab dem 13. Jahrhundert alemannische Siedler einwanderten. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Wassen im 13. Jahrhundert und gehörte zunächst zur Kirchgemeinde Silenen. Im 15. Jahrhundert wurde es eine eigenständige Kirchgemeinde, und der Ort profitierte lange vom Durchgangsverkehr auf der Gotthardroute. Mit dem Bau der Gotthardbahn und des Tunnels erlebte Wassen einen vorübergehenden Aufschwung, doch folgte später eine Phase der Abwanderung, die bis heute anhält.
Das Wappen zeigt einen Bären mit einem Rundholz, der auf die Legende des heiligen Gallus zurückgeht, der beim Bau seiner Zelle von einem Bären unterstützt worden sein soll. Prägend für das Bild des Ortes sind die alpine Landschaft und die historische Rolle als Durchzugsgebiet. Ein Betagten- und Pflegeheim sowie die katholische Prägung der Bevölkerung sind weitere Kennzeichen. Die Gemeinde bleibt trotz ihrer geringen Siedlungsfläche ein Ort mit langer Tradition und markanter geografischer Lage.