Groitzsch liegt am Südrand der Leipziger Tieflandsbucht, wo sich die flache Ebene der Norddeutschen Tiefebene allmählich zu leichten Anhöhen erhebt. Die Stadt wird von den Flüssen Weiße Elster und Schnauder durchzogen, die hier nahe ihrer Mündung in die Schwennigke zusammenfließen. Südlich von Leipzig und nordöstlich von Zeitz gelegen, grenzt Groitzsch an Regionen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die Umgebung ist von ausgedehnten Feldern, Wiesen und Baumreihen geprägt, unterbrochen von kleineren Wäldern und zwei gefluteten Seen, die aus ehemaligen Tagebauen entstanden sind.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, doch die eigentliche Geschichte der Stadt beginnt mit der Burg Groitzsch, die bereits im frühen 10. Jahrhundert entstand. Im 11. Jahrhundert wurde sie zum Zentrum der Herrschaft Wiprechts von Groitzsch, der die Ostkolonisation vorantrieb. Die Burg kontrollierte wichtige Furten über die Flüsse und sicherte eine Fernstraße. 1214 erhielt Groitzsch das Stadtrecht und wurde planmäßig um einen Markt angelegt. Im Mittelalter blühte das Schuhmacherhandwerk auf, das der Stadt Wohlstand brachte, doch Brände und Kriege hinterließen ihre Spuren.
Heute prägen historische Bauwerke wie der erhaltene Turm der ehemaligen Kirche Sankt Aegydius das Stadtbild. Die Frauenkirche, ursprünglich romanisch, wurde später mehrfach umgebaut. Die Umgebung mit ihren Tagebaurestseen und landwirtschaftlich genutzten Flächen bietet Erholungsmöglichkeiten. Ein Stolperstein erinnert an die deportierte Jüdin Anna Reichard. Die Stadt blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die von slawischen und deutschen Siedlern, Handwerkern und Industrie geprägt wurde.