Herscheid liegt im bergigen Sauerland, wo sich das Ebbegebirge mit dem 663 Meter hohen Nordhelle erhebt. Die Gemeinde wird von Flüssen wie der Schwarzen Ahe und dem Ebbebach durchzogen, die in Talsperren wie der Oestertalsperre gestaut werden. Mit Wäldern auf über der Hälfte des Gebiets und einer dörflichen Siedlungsstruktur zählt sie zu den am dünnsten besiedelten Orten im Märkischen Kreis.
Erstmals erwähnt wird Herscheid im 11. Jahrhundert, als der Kölner Erzbischof Kirche und Ort dem Kloster Grafschaft übertrug. Im Mittelalter besaß der Ort besondere Rechte wie ein eigenes Richteramt und Jagdprivilegien, die auf die Befreiung eines Grafen aus der Gefangenschaft im Ebbegebirge zurückgehen sollen. Zwei verheerende Dorfbrände im 17. und 19. Jahrhundert zerstörten die ältere Bausubstanz, doch die Apostelkirche blieb erhalten. Wirtschaftlich prägten Landwirtschaft, Erzbergbau und Metallverarbeitung das Bild, wobei der Bergbau am Silberg bis ins 20. Jahrhundert betrieben wurde.
Heute ist Herscheid vor allem durch seine naturnahe Lage im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge bekannt. Die Gemeinde besteht aus zahlreichen Weilern und Siedlungen, die sich über das bergige Gelände verteilen. Ein Lehrpfad erinnert an die einstige Bergbautradition, während die umliegenden Talsperren und Wälder Wanderern und Erholungssuchenden vielfältige Möglichkeiten bieten.