Werdohl liegt im Osten des Märkischen Sauerlands, eingebettet in die Täler von Lenne und Verse. Die Lenne schlängelt sich durch das Stadtgebiet und bildet dabei zwei markante Mäanderbögen, die an ein großes „W“ erinnern. Mit 475 Metern über dem Meeresspiegel erreicht die Stadt ihren höchsten Punkt nahe dem Hof „Wäsche“, während die Lenne an der Grenze zu Altena mit 162 Metern ihren tiefsten Punkt markiert. Das Stadtgebiet erstreckt sich über rund 33 Quadratkilometer und grenzt im Uhrzeigersinn an Altena, Neuenrade, Plettenberg, Herscheid und Lüdenscheid.
Die Gegend war bereits in der Steinzeit besiedelt, wie Funde von Feuerstein- und Kieselschieferwerkzeugen belegen. Der Name Werdohl könnte sich von „Werder“ für Insel oder Halbinsel und „Aue“ für ein Wiesengelände ableiten. Eine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1101, als der Paderborner Bischof Heinrich II. die Kilianskirche zu Werdohl erwähnt. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem Kirchdorf an einer wichtigen Königsstraße. Nach verheerenden Hochwassern, Bränden und Pestepidemien begann im 19. Jahrhundert der wirtschaftliche Aufschwung durch Metallverarbeitung, insbesondere die Drahtherstellung.
Heute prägen die Industriegeschichte und die malerische Flusslandschaft das Bild Werdohls. Die Kilianskirche, mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, steht für die lange Tradition des Ortes. Die Burg Pungelscheid, einst Sitz der Familie Neuhoff, erinnert an Theodor von Neuhoff, der im 18. Jahrhundert als König von Korsika bekannt wurde. Die Stadt ist bekannt für ihre Metallindustrie, die bis heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor bleibt.