Judenburg liegt im Bezirk Murtal in der Steiermark, eingebettet in das Aichfeld, einem weiten Alpenbecken. Die Stadt wird von der Mur durchflossen, die hier den Granitzenbach aufnimmt, während sich im Süden die Seetaler Alpen mit dem Zirbitzkogel erheben. Westlich der Stadt erhebt sich der Falkenberg. Die Stadt selbst liegt auf etwa 737 Metern Höhe.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Hallstattzeit zurück, belegt durch den Fund des Strettweger Kultwagens. Die Burg Eppenstein, nahe der späteren Stadt gelegen, wurde 1074 erstmals urkundlich erwähnt und gab dem Ort den Namen Judinburch. Juden spielten im Mittelalter eine zentrale Rolle im Handel, besonders als Geldverleiher und im lukrativen Speik-Handel, einem begehrten Parfümrohstoff. Nach Pogromen und der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung im späten 15. Jahrhundert verlor die Stadt diesen wirtschaftlichen Schwerpunkt. Später entwickelte sie sich zu einem wichtigen Handelszentrum für obersteirisches Eisen und wurde 1224 zur Stadt erhoben.
Heute prägen der knapp 76 Meter hohe Stadtturm mit seinem modernen Planetarium und die mittelalterliche Stadtbefestigung das Bild. Das Museum Murtal zeigt archäologische Schätze aus der Hallstattzeit, während das Puchmuseum an den Automobil- und Zweiradpionier Johann Puch erinnert. Regelmäßige Veranstaltungen wie der internationale Stiegenlauf auf den Sternenturm und ein breites Sportangebot, darunter ein Erlebnisbad und eine Kletterhalle, locken Besucher an. Die Stadt ist zudem Sitz der Bezirkshauptmannschaft und beherbergt ein Landeskrankenhaus.