Kaarst liegt linksrheinisch in der flachen Niederrheinischen Bucht, umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen und den Kaarster Seen. Die Stadt im Rhein-Kreis Neuss grenzt im Osten an Neuss, im Nordosten an Meerbusch und im Süden an Korschenbroich. Mit ihrer kompakten Fläche von etwa sieben mal fünf Kilometern ist sie die kleinste Stadt des Kreises und zugleich dicht besiedelt.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Frankenzeit zurück, als hier Gräber mit Schmuck und Waffen angelegt wurden. Die älteste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 793 für den heutigen Stadtteil Büttgen. Im Mittelalter gehörte Kaarst zum kurkölnischen Amt Liedberg und war ein eigener Dingstuhl. Ein Nonnenkloster des Zisterzienserordens bestand hier vom frühen 13. Jahrhundert an, bevor es nach Eppinghoven verlegt wurde. Die romanische Kirche St. Martinus geht auf das 12. Jahrhundert zurück und könnte auf einen noch älteren Vorgängerbau verweisen.
Heute prägen die fünf Stadtteile Kaarst, Büttgen, Holzbüttgen, Vorst und Driesch das Bild der Stadt. Die katholische Pfarrkirche St. Martinus und die alte Kirche Alt St. Martinus zeugen von der langen christlichen Tradition. Der Nordkanal, ein Relikt aus der französischen Zeit, verbindet Kaarst mit der Maas und dem Rhein. Persönlichkeiten wie der Reitergeneral Jan von Werth, geboren in Büttgen, erinnern an die bewegte Geschichte. Die Stadtverwaltung nutzt zwei Rathäuser, eines in Kaarst-Mitte und eines in Büttgen, und spiegelt damit ihre gewachsene Struktur wider.