Willich liegt im Westen Nordrhein-Westfalens am Niederrhein, eingebettet in eine flache, von Landwirtschaft geprägte Landschaft. Der Fluss Niers bildet im Südwesten die natürliche Grenze, während im Norden und Osten Städte wie Krefeld, Mönchengladbach und Viersen nah liegen. Die Höhenunterschiede sind minimal, mit nur wenigen Metern Gefälle von Ost nach West, und das Schiefbahner Bruch im Süden bietet als eines der tiefer gelegenen Gebiete mit etwa 36 Metern über Normalnull ein kleines Waldgebiet. Der markante Schiefbahner Fernmeldeturm überragt mit 123 Metern die flache Umgebung und dient als weithin sichtbarer Orientierungspunkt.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis ins frühe Mittelalter zurück: Willich wurde 1137 erstmals urkundlich erwähnt, doch vermutlich gab es schon um das Jahr 800 eine Kirche. Anrath ist noch älter und taucht bereits 1010 in Urkunden auf, während Neersen und Schiefbahn erst im 13. bzw. 15. Jahrhundert erstmals genannt werden. Politisch wechselte die Region mehrfach die Herrschaft – von Kleve über Köln bis zu den Franzosen, die während ihrer Besatzung von 1794 bis 1815 die Verwaltung neu ordneten. Die Industrialisierung brachte Eisenbahnanschlüsse ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, doch wirtschaftliche Krisen wie der Niedergang der Hausweberei oder die Schließung des Stahlwerks Becker nach dem Zweiten Weltkrieg prägten die Entwicklung.
Heute ist Willich vor allem durch seine überregional bekannten Neersener Schlossfestspiele bekannt, die das kulturelle Leben bereichern. Die Stadt besteht aus vier Stadtteilen – Willich, Schiefbahn, Anrath und Neersen – und verbindet ländlichen Charme mit gewerblicher Prägung. Einstige Adelssitze wie Haus Hülsdonk oder die befestigten Flecken Anrath und Schiefbahn erinnern an die bewegte Vergangenheit, während moderne Gewerbegebiete das wirtschaftliche Gesicht bestimmen.