Kemberg liegt am Nordrand des Naturparks Dübener Heide, wo der Kemberger Flieth, auch Fliethbach genannt, die Stadt durchfließt. Die Kleinstadt gehört zum Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt und umfasst 14 Ortschaften mit insgesamt 28 Ortsteilen, darunter Bergwitz, Dorna und Wartenburg.
Die Geschichte Kembergs reicht bis in die Bronzezeit zurück, als ein Ringwall die Region kontrollierte. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem 14. Jahrhundert, doch bereits im 11. Jahrhundert war der Ort bekannt. Prägend waren die Hussitenkriege, die Reformation und die Folgen des Dreißigjährigen Krieges, die die Bevölkerung stark dezimierten. Im 20. Jahrhundert prägte der Braunkohleabbau die Region, bis der Tagebau in den 1950er Jahren eingestellt und der Bergwitzsee angelegt wurde.
Die Stadt besticht durch ihr historisches Stadtbild mit spätgotischer Stadtkirche St. Marien, einem spätgotischen Rathaus und einer teilweise erhaltenen Stadtmauer. Die Kirche war eng mit Martin Luther verbunden, der mehrfach dort predigte. Sehenswürdigkeiten wie die rekonstruierte Postmeilensäule, das Waldhaus am Bergwitzsee und die Töpferei Lubast zeigen die kulturelle und historische Vielfalt der Region. Persönlichkeiten wie der Widerstandskämpfer Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg erinnern an die bewegte Vergangenheit.