Gräfenhainichen liegt im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt, umgeben von der Dübener Heide. Südwestlich von Wittenberg und nordöstlich von Bitterfeld-Wolfen gelegen, grenzt die Stadt an Seen wie den Gremminer und den Gröberner See, die aus stillgelegten Braunkohle-Tagebauen entstanden sind. Ferropolis, ein Industriedenkmal am Ufer des Gremminer Sees, ist heute ein Freilichtmuseum und Veranstaltungsort.
Erstmals erwähnt wurde Gräfenhainichen im Jahr als Lehen des Grafen Albrecht II. von Anhalt. Der Name entwickelte sich aus früheren Bezeichnungen wie „zu dem Hayne“ und „Gravenalbrechtshayn“. Im 15. Jahrhundert erhielt die Stadt Stadtrechte, doch der Dreißigjährige Krieg brachte Zerstörung. Später prägte Braunkohleförderung und Industrie die Entwicklung, etwa durch die Eisenbahnanbindung 1859 und die Gründung erster Druckereien. In der NS-Zeit gab es ein frühes Konzentrationslager, und während des Zweiten Weltkriegs mussten Zwangsarbeiter in der Region arbeiten.
Die Stadt ist bekannt für ihre historischen Bauwerke wie die Stadtkirche St. Marien, die Paul-Gerhardt-Kapelle und die rekonstruierte Postdistanzsäule. Ferropolis mit seinen Musikfestivals und der Wasser- und Aussichtsturm im Art-déco-Stil sind weitere Sehenswürdigkeiten. Paul Gerhardt, einer der bedeutendsten Söhne der Stadt, wird mit Kapelle, Haus und Denkmal geehrt. Die Umgebung mit den Seen und der Dübener Heide macht Gräfenhainichen zu einem Ort für Kultur und Natur.