Kössen liegt im Leukental, eingekesselt von den Chiemgauer Alpen im Norden und dem Kaisergebirge im Süden. Der Ort wird von drei Bächen durchflossen, die sich hier zur Großache vereinen. Die Tallage macht Kössen anfällig für Überschwemmungen, besonders im Ortsteil Erlau, der immer wieder von Hochwasser betroffen ist. Mit rund 600 Metern Höhe über dem Meeresspiegel zählt Kössen zu den schneereichsten Orten der Alpen, wo im Winter Schneehöhen von bis zu eineinhalb Metern möglich sind.
Schon vor über fünf Jahrtausenden war das Gebiet besiedelt, später entwickelte sich hier ein wichtiger Handelsweg über den Klobenstein nach Bayern. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Kössen im 12. Jahrhundert, der Name leitet sich von „Kessel“ ab und verweist auf die Talform. Im Mittelalter gehörte ein Großteil der Höfe dem Kloster Frauenchiemsee. Wirtschaftlich prägten Bergbau und Eisenverarbeitung das Dorf, bis der Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg zur wichtigsten Einnahmequelle wurde.
Heute ist Kössen vor allem als Zentrum für Luftsport bekannt, wo bereits Weltmeisterschaften im Drachen- und Paragleiten stattfanden. Die Wallfahrtskirche Klobenstein und die Pfarrkirche St. Peter und Paul sind markante Bauwerke. Die Region lockt mit ausgedehnten Wander- und Radwegen sowie einem der größten Loipennetze Tirols für Langläufer.