Schwendt liegt versteckt im Kaiserwinkl, einer Talmulde zwischen den sanften Hügeln des Kaisergebirges. Der Kohlenbach schlängelt sich durch das Gebiet, das vom Feldberg überragt wird, dem höchsten Punkt der Gemeinde mit über 1800 Metern. Zusammen mit Kössen, Walchsee und Rettenschöss bildet Schwendt eine Ferienregion, die sich bis nach Bayern erstreckt.
Der Name verrät schon die Anfänge: „Schwendt“ geht auf das Roden von Wald zurück. Schon im achten Jahrhundert hinterließen Menschen Spuren, eine Lappenaxt aus dieser Zeit wurde gefunden. Um 1180 tauchte der Ort erstmals in Urkunden auf, während das benachbarte Kohlental bereits Jahrzehnte früher erwähnt wurde. Damals führte eine wichtige Handelsroute über den Klobensteinpass nach Bayern, und Schwendt entwickelte sich zu einem kleinen Umschlagplatz. Spuren einer alten Höhlenburg in der Herrenhauswand zeugen von mittelalterlicher Bedeutung. Später prägte Bergbau das Leben, doch der wurde im 19. Jahrhundert aufgegeben. Heute lebt der Ort von Landwirtschaft und Tourismus, geprägt von der Nähe zu Kössen.
Die katholische Pfarrkirche zum heiligen Ägidius und die Bichlkapelle sind die bekanntesten Bauwerke. Das Gemeindewappen zeigt zwei schwarze Äxte auf rotem Grund – ein Hinweis auf die rodende Vergangenheit. Mehrere Bürgermeister prägten die jüngere Geschichte, darunter Sebastian Haunholter, der fast ein Vierteljahrhundert amtierte. Auch heute noch verbinden Persönlichkeiten wie die Gebrüder Bendler, bekannte Kletterer und Journalisten, Schwendt mit der weiten Welt.