Kundl liegt im Tiroler Unterinntal, wo die Wildschönauer Ache einen Schwemmkegel aufschüttet, bevor sie in den Inn mündet. Südlich des Ortes zieht sich die Kundler Klamm entlang, die teilweise zur Nachbargemeinde Wildschönau gehört. Nördlich erstreckt sich das Naturschutzgebiet Söller Wiesen, das seit 2005 unter Schutz steht und durch ein Gewerbegebiet erweitert wurde. Die Gemeinde besteht aus den beiden Katastralgemeinden Kundl und Liesfeld sowie den drei Ortschaften Kundl, Liesfeld und Saulueg.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen in vorrömische Zeiten zurück, wie ein großes Gräberfeld aus der La-Tène-Zeit zeigt. Urkundlich erstmals erwähnt wird Kundl im Jahr 788 als *ad Quantalas im Güterverzeichnis des Salzburger Bischofs Arno. Der Name könnte auf eine „kleine Senke“ oder „Wiese in der Niederung“ hinweisen. Im Mittelalter saßen hier Adelsgeschlechter wie die Kummersbrucker auf der Kundlburg, die 1213 erstmals genannt wurde und ein eigenes Gericht besaß. Im 15. und 16. Jahrhundert prägte der Bergbau das Leben, bis im 17. Jahrhundert eine Brauerei gegründet wurde, die später zum Standort der Sandoz GmbH wurde.
Kundl ist bekannt für seine musikalische Tradition, die in der Musikkapelle Kundl und der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt lebendig ist. Die spätgotische Wallfahrtskirche St. Leonhard auf der Wiese, deren Bau auf eine Legende um Kaiser Heinrich II. zurückgeht, ist ein bedeutendes Kulturdenkmal. Jährlich findet hier der Leonhardiritt statt, ein großer Prozessionszug mit Pferdesegnung. Zudem ist Kundl Austragungsort des Internationalen Jugendfilmfestivals Tirol. Wirtschaftlich prägen Industrieunternehmen wie das Traktorenwerk Lindner und der Pharmakonzern Sandoz den Ort, der seit 1988 den Titel Marktgemeinde trägt.