Linnich liegt in der Jülicher Börde, wo das Rurtal die Kölner Bucht vom niederrheinischen Tiefland trennt. Der Stadtkern befindet sich links der Rur, während Ortsteile wie Körrenzig und Tetz ebenfalls im Flusstal liegen. Die Umgebung ist geprägt von den Folgen des nahen Braunkohlereviers, auch wenn Linnich selbst nicht direkt darin liegt.
Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 888, doch der Name geht auf einen keltischen Gründer namens Linus zurück. Im Mittelalter gehörte der Ort zum Besitz der Abtei Prüm, deren Rechte später die Vögte von Randerath übernahmen. 1368 ging der Fronhof an sie über, und im 14. Jahrhundert wurde Linnich zur Stadt erhoben. Im 16. Jahrhundert blühte die Wirtschaft, doch Kriege wie der Dreißigjährige oder die Eroberung durch Ludwig XIV. brachten Zerstörung. Nach der französischen Besatzung verlor Linnich vorübergehend den Stadttitel, erhielt ihn aber 1846 zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zu über neunzig Prozent zerstört, bevor sie wiederaufgebaut wurde.
Heute prägen historische Bauwerke wie die katholische Pfarrkirche St. Martinus oder die evangelische Kirche am Altermarkt das Bild. Das Deutsche Glasmalerei-Museum und ein NATO-Bunker zeugen von der kulturellen und militärischen Vergangenheit. Ein Mahnmal erinnert an die zerstörte Synagoge, während eine Pagode auf dem Friedensacker und ein Bildstock für Toleranz stehen. Die Stadt pflegt eine Partnerschaft mit Lesquin in Frankreich und engagiert sich in der Euregio Maas-Rhein.