Litschau liegt im nördlichen Waldviertel Niederösterreichs, eingebettet im Tal des Reißbachs auf etwa 530 Metern Höhe. Nur wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, prägt ein Netz aus Teichen und Seen das Bild – allen voran der Herrensee und der Schönauer Teich, die im Sommer viele Besucher anziehen. Über zwei Drittel des Gemeindegebiets sind von Wald bedeckt, was der Region ihren typisch rauen Charakter verleiht.
Der Name der Stadt geht auf eine slawische Gründung zurück und taucht erstmals im 13. Jahrhundert in Urkunden auf. Ursprünglich als Burgsiedlung zur Grenzsicherung angelegt, entwickelte sich Litschau zu einem wichtigen Markt- und Handelsort an alten Fernstraßen nach Böhmen. Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blütezeit, als die Grundherren ein großes Produktionszentrum mit Mühle, Brauhaus und Teichanlagen errichteten. Doch Kriege und Gegenreformation brachten im 17. Jahrhundert schwere Rückschläge, von denen sich die Stadt nur langsam erholte.
Heute ist Litschau vor allem als Luftkurort bekannt und bietet mit seinem historischen Schlossturm, der spätgotischen Pfarrkirche und dem revitalisierten Bahnhof kulturelle Highlights. Am Herrensee finden jedes Jahr Musik- und Theaterfestivals statt, während Wanderwege durch das Rottalmoos und um die Gewässer führen. Die ehemalige Bahnlinie nach Gmünd wird heute als Museumsbahn betrieben und verbindet die Stadt mit ihrer bewegten Vergangenheit.