Namlos ist ein kleines Bergdorf im österreichischen Bundesland Tirol, versteckt in einem Seitental des Lechtals. Auf etwa 1260 Metern Höhe liegt es inmitten einer von Wäldern und Almwiesen geprägten Landschaft, die vom Namloser Bach durchzogen wird. Der Ort ist nur über Bergstraßen erreichbar, etwa über Stanzach oder Berwang, und besteht aus dem Hauptort Namlos sowie dem Weiler Kelmen, der einige Kilometer talabwärts liegt.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Antike zurück, als das Tal als Jagdrevier diente. Später rodeten Bauern aus Imst und dem Oberen Gericht im Mittelalter die Hänge, um Sommerweiden anzulegen. Urkundlich erwähnt wurde Namlos erstmals im 13. Jahrhundert, als es unter Graf Meinhard II. als landesfürstliche Gründung entstand. Über Jahrhunderte prägte die Holzflößerei das Leben, bis das Holz über den Lech nach Augsburg transportiert wurde. Ein schweres Erdbeben im Jahr 1930 erschütterte das Dorf und hinterließ sichtbare Spuren.
Heute lebt Namlos vor allem vom Tourismus, der durch die unberührte Natur und das Wanderangebot angezogen wird. Beliebte Ziele sind die umliegenden Gipfel wie die Namloser Wetterspitze oder der Treiensee. Das Dorf pflegt eine aktive Gemeinschaft mit eigener Feuerwehr, Bergwacht und Musikkapelle. Ein jährliches Dorffest im August stärkt den Zusammenhalt. Trotz der Abwanderung in die Ballungsräume bleibt Namlos ein Ort, der durch seine Ruhe und alpine Schönheit besticht.