Ottobeuren liegt im schwäbischen Teil Bayerns, etwa zehn Kilometer südöstlich von Memmingen. Die Landschaft ist von sanften Hügeln geprägt, die durch eiszeitliche Schotterablagerungen entstanden sind. Die Westliche Günz durchfließt das Gebiet, dessen tiefster Punkt bei 617 Metern und höchster bei 834 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Der Ort selbst ist Verwaltungssitz einer gleichnamigen Gemeinschaft und zählt zu den industriell geprägten Märkten der Region.
Die Wurzeln Ottobeurens reichen bis ins 6. Jahrhundert zurück, als eine Rodungssiedlung entstand. Im 8. Jahrhundert wurde es zum fränkischen Reichshof und Sitz eines Grafen. Das berühmte Benediktinerkloster wurde 764 gegründet und 972 zur Reichsabtei erhoben. Nach Zerstörungen im Bauernkrieg und Dreißigjährigen Krieg erlebte es im 18. Jahrhundert eine Blütezeit mit dem Bau der barocken Klosteranlage und der Basilika. Die Säkularisation überstand das Kloster als Priorat, bis es 1918 wieder zur selbstständigen Abtei wurde.
Heute ist Ottobeuren vor allem für sein barockes Klosterensemble bekannt, das als eines der bedeutendsten oberschwäbischen Bauwerke gilt. Die Basilika St. Alexander und Theodor bildet den Mittelpunkt der Gemeinde, die sich auch als Kneippkurort und Standort einer Volkssternwarte einen Namen gemacht hat. Regelmäßige Sportveranstaltungen wie ein Halbmarathon und ein Triathlon prägen das kulturelle Leben. Die Nähe zum Allgäu und die Partnerschaften mit Gemeinden in Italien, Frankreich und Australien unterstreichen die überregionale Bedeutung des Ortes.