Wolfertschwenden liegt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu, etwa fünfzehn Kilometer südlich von Memmingen. Die Gemeinde gehört zur Region Donau-Iller in Mittelschwaben und gliedert sich in die Gemarkungen Wolfertschwenden, Dietratried und Niederdorf. Zu ihr zählen mehrere kleine Siedlungen wie Bossarts, Klessen und das namensgebende Pfarrdorf. Im Ehwiesmühltal, einem schmalen Seitental des Illertals mit steilen Hängen, finden sich Spuren ehemaliger Mühlen, die einst eine wichtige Rolle spielten. Besonders bekannt sind hier die geologischen Orgeln bei Niederdorf, natürliche Röhren im Erdreich, die bei Wind orgelähnliche Töne erzeugen.
Erste Siedlungsspuren reichen bis in die Römerzeit zurück, urkundlich erwähnt wird Wolfertschwenden bereits im neunten Jahrhundert. Niederdorf entstand später als Filialdorf und wurde erst im elften Jahrhundert gegründet. Die Familie Hawin, deren Mitglieder hier lebten, stiftete 1093 das Benediktinerkloster Ochsenhausen. Später gehörte der Ort lange zum Besitz des Reichsstifts Ottobeuren, bis er 1803 an Bayern überging. Die politische Gemeinde entstand 1818, und 1972 schlossen sich Dietratried und Niederdorf freiwillig an.
Die katholische Pfarrkirche St. Vitus und das ehemalige Pfarrhaus zählen zu den denkmalgeschützten Bauwerken. Ein modernes Kunstwerk erinnert an die Bauernkriege von 1525: Auf einer Weide nahe dem Ehwiesmühltal ragen 75 abstrakte Lanzen aus dem Boden, die an die Auseinandersetzungen erinnern. Wirtschaftlich geprägt ist der Ort durch Industrie- und Handelsbetriebe wie pester pac automation oder Multivac. Die Umgebung mit dem Illertal und den geologischen Besonderheiten macht Wolfertschwenden zu einem beliebten Ausflugsziel.