Polling liegt im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau, eingebettet in die hügelige Landschaft des Oberlands. Die Ammer durchfließt das Gemeindegebiet von Süden nach Norden, während der Tiefenbach den Ort selbst passiert. Die Gemeinde umfasst drei Gemarkungen mit acht Gemeindeteilen, darunter das Pfarrdorf Polling mit den Weilern Längenlaich und Roßlaich sowie die Orte Etting und Oderding mit seinen Weilern und Einöden.
Die Geschichte Pollings reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, wie Funde aus Tuffsteinbrüchen belegen. Eine Legende führt die Gründung des Ortes auf Herzog Tassilo III. zurück, der im 8. Jahrhundert hier ein Kloster errichten ließ. Schriftliche Zeugnisse datieren jedoch erst aus dem 11. Jahrhundert, als das Benediktiner- und spätere Augustiner-Chorherrenstift Kloster Polling entstand. Der Ort gehörte zum Kurfürstentum Bayern und war bis zur Säkularisation 1803 eine geschlossene Hofmark des Klosters. Nach der Gemeindegründung 1818 wurde Polling 1978 durch die Eingemeindung von Etting und Oderding erweitert.
Polling ist bekannt für sein ehemaliges Kloster und die Augustinerchorherrenstiftskirche Heilig Kreuz, die heute kulturelle Veranstaltungen beherbergt. Der Ort diente Thomas Mann als Inspiration für seinen Roman „Doktor Faustus“ und ist Schauplatz des fiktiven Pfeiffering. Im Heimatmuseum finden sich archäologische Funde und ein bemaltes Walschulterblatt. Künstler wie Bernd Zimmer und Michael Kreuter lebten hier, und die Künstlersäulenhalle STOA 169 ist ein modernes Kulturzentrum. Die Umgebung mit ihren Tuffsteinbrüchen prägte einst die Bauweise der Region.