Ratingen liegt im Übergangsbereich zwischen dem flachen Niederrheinischen Tiefland und dem hügeligen Niederbergischen Land, etwa 55 bis 180 Meter über dem Meeresspiegel. Der Stadtkern befindet sich auf rund 70 Metern Höhe. Im Süden und Westen grenzt die Stadt an Düsseldorf, im Norden an Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen, im Osten an Heiligenhaus, Wülfrath und Mettmann. Durch die Stadt fließen die Anger im Norden und der Schwarzbach im Süden, während mehrere Naturschutzgebiete wie die Naturwaldzelle Hinkesforst erhalten sind.
Erste Spuren menschlicher Anwesenheit reichen bis zu 150.000 Jahre zurück, als Jäger und Sammler in der Region lebten. Um das Jahr 500 vor unserer Zeitrechnung entstand eine feste Siedlung auf einer Anhöhe zwischen zwei Bächen, begünstigt durch die Lage an alten Handelswegen wie dem Mauspfad und dem Hilinciweg. Im Mittelalter wurde Ratingen erstmals urkundlich als „Hratuga“ erwähnt und erhielt 1276 Stadtrechte, um als strategischer Stützpunkt der Grafen von Berg gegen den Kölner Erzbischof zu dienen. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handels- und Handwerkszentrum mit eigener Münze, Zunftrecht und einer starken Schmiede- und Schleiferzunft, deren Erzeugnisse bis nach Antwerpen und Skandinavien exportiert wurden.
Ratingen gilt als Wiege der kontinentaleuropäischen Industrialisierung, da hier 1783 die erste mechanische Baumwollspinnerei des Festlands entstand. Heute erinnert das Textilmuseum Cromford an diese Epoche. Die Stadt bewahrt zudem historische Spuren wie die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer und eine alte Synagoge aus dem frühen 19. Jahrhundert. Mit seiner Mischung aus gewachsenem Stadtbild, industrieller Vergangenheit und naturnahen Räumen prägt Ratingen das bergische Land zwischen Rhein und Ruhr.