Roetgen liegt im Norden des Naturparks Hohes Venn-Eifel und wird vom Flüsschen Weser durchzogen, das nahe der Gemeinde entspringt. Die Landschaft ist geprägt durch die Dreilägerbachtalsperre, die zwischen Roetgen und Rott liegt und von mehreren Bächen gespeist wird. Im Westen grenzt die Gemeinde an die belgische Stadt Eupen und die Gemeinde Raeren, während im Norden und Osten Teile der Städte Aachen und Stolberg an Roetgen angrenzen.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Antike zurück, als das Gebiet an wichtigen Römerstraßen lag und Eisenverhüttung betrieben wurde. Eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 15. Jahrhundert, als Siedler Wald- und Heideland rodeten. Wirtschaftlich prägend waren später das Tuchmachergewerbe und die Weberei, wovon das Alte Jägerhaus in Mulartshütte zeugt. Nach der Französischen Revolution gehörte Roetgen zu Preußen, bevor es durch den Wiener Kongress endgültig diesem Staat zugeordnet wurde.
Heute ist Roetgen vor allem als Tor zur Eifel bekannt und setzt auf Tourismus. Die grenznahe Lage, einst ein Nachteil, wird nun als Vorteil genutzt. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Roetgen, Rott und Mulartshütte, wobei letzterer als ältester gilt. Ein markantes Bauwerk ist die Evangelische Kirche, die im 18. Jahrhundert entstand. Die Umgebung mit dem Naturpark lädt zu Wanderungen ein, während die Vennbahn-Radweg-Trasse auf der ehemaligen Bahnlinie nach Belgien und Luxemburg führt.