Roßwein liegt im Mittelsächsischen Bergland, beiderseits der Freiberger Mulde. Die namensgebende Kleinstadt erhebt sich sanft ansteigend am rechten Ufer des Flusses, etwa fünfzig Kilometer westlich von Dresden. In der Nähe befinden sich die Städte Freiberg und Meißen, während die meisten Nachbargemeinden zum selben Landkreis Mittelsachsen gehören.
Die Wurzeln des Ortes reichen ins frühe Mittelalter zurück, als hier ein altsorbisches Fischerdorf entstand. Im zwölften Jahrhundert entwickelte sich daraus eine planmäßige Stadtanlage unter markgräflich-meißnischer Herrschaft mit einem Herrensitz. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1220, ein Jahr später wird ein villicus de Rosewin genannt. Der Name geht auf das altsorbische Rusavin zurück, was so viel wie Siedlung eines Sorben namens Rusava bedeutet. Roßwein gehörte lange zum Besitz des Zisterzienserklosters Altzella und unterstand später dem Amt Nossen. Die Stadt besaß eine Stadtmauer mit fünf Toren und eigenem Stadtrichter, bis die Tore 1805 dauerhaft geöffnet blieben.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild, darunter das Rathaus und das erste behördlich errichtete Hallenbad Sachsens von 1897. Das redende Wappen zeigt ein weißes Pferd auf einem Dreiberg mit Weinreben und -blättern. Mehrere Gedenkstätten erinnern an Opfer von Krieg und Zwangsarbeit, etwa an sowjetische Kriegsgefangene oder an Widerstandskämpfer wie Paul Rockstroh. Die Partnerschaft mit Freiberg am Neckar verbindet Roßwein mit einer Stadt in Württemberg.