Samnaun liegt im Unterengadin im Kanton Graubünden und ist eine der abgelegensten Gemeinden der Schweiz. Eingebettet in die Alpen ist das Tal nur über hohe Pässe oder durch das benachbarte Tirol erreichbar. Die fünf Fraktionen Compatsch, Laret, Plan, Ravaisch und Samnaun bilden die Gemeinde, die seit 1892 als zollfreies Gebiet gilt.
Die Geschichte des Tals ist eng mit dem Unterengadin verbunden. Ab dem 9. Jahrhundert wurde es von Bauern aus Tschlin und Ramosch genutzt, später schenkten die Herren von Tarasp Höfe dem Kloster Marienberg. Politisch und kirchlich blieb Samnaun lange von Ramosch abhängig, bis es 1851 eine eigene Gerichtsgemeinde wurde. Wirtschaftlich lebte das Tal lange von Getreideanbau, Viehzucht und Handel mit Tirol, doch der Bau einer direkten Straße ins Inntal 1830 veränderte die Verbindungen.
Heute ist Samnaun vor allem als Tourismusziel bekannt. Die zollfreien Einkaufsmöglichkeiten locken Besucher aus der Schweiz und dem Ausland an, besonders für Alkohol, Kosmetik und Treibstoff. Im Winter zieht das Skigebiet der Silvretta Arena Gäste an, während im Sommer Wanderer die alpine Landschaft genießen. Die Gemeinde bewahrt Spuren ihrer rätoromanischen Vergangenheit, doch die Sprache ist längst einem tirolerischen Dialekt gewichen.