Galtür liegt versteckt im hinteren Paznaun, eingerahmt von den mächtigen Gebirgsgruppen Silvretta im Süden und Verwall im Norden. An der Grenze zu Vorarlberg fließen der Vermuntbach und der Jambach zusammen und bilden die Trisanna. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Augstenberg mit über dreitausend Metern. Neben dem Hauptort gehören mehrere Rotten und Weiler wie Gampele oder Lenzenhäuser zur Gemeinde, die sich über das Tal verteilen.
Die Besiedlung Galtürs ist ein Ergebnis verschiedener Kultureinflüsse: Romanische Siedler aus dem Engadin prägten früh die Almen, später folgten Walser aus dem Montafon und Tiroler aus dem Osten. Die erste Kirche wurde im späten 14. Jahrhundert geweiht, doch der Ort erlebte harte Zeiten, besonders im Dreißigjährigen Krieg. Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich Galtür zu einem Wallfahrtsort, als ein Seelenbund den Bau der heutigen barocken Pfarrkirche vorantrieb. Die Anbindung an das Straßennetz im 19. Jahrhundert brachte zunächst Not, doch der aufkommende Tourismus ab Mitte des 20. Jahrhunderts brachte neuen Wohlstand.
Heute lebt Galtür vor allem vom Tourismus, mit einem Skigebiet, das über vierzig Kilometer Pisten bietet, und einem reichen Wanderwegenetz im Sommer. Das Alpinarium erinnert an die Lawinenkatastrophe von 1999, die das Dorf prägte. Die barocke Pfarrkirche mit ihrer Madonna als Wappenmotiv und das traditionelle Wissen um den Enzian, das von der UNESCO gewürdigt wird, zeigen die kulturelle Vielfalt des Ortes. Die Silvretta-Hochalpenstraße verbindet das Tal mit Vorarlberg und macht Galtür zu einem Tor in die Alpen.