Scheeßel liegt in Niedersachsen, eingebettet in die Wümmeniederung, die zur Stader Geest gehört. Der Ort wird von Wäldern, Wiesen und Mooren umgeben und von den Flüssen Wümme und Beeke durchzogen. Mit etwa 30 Metern über dem Meeresspiegel ist die Landschaft hier eher flach, doch der Bullerberg im Ortsteil Westerholz ragt als eine der höchsten Erhebungen der Region mit 53 Metern auf. Die Kreisstadt Rotenburg (Wümme) ist nur wenige Kilometer entfernt, während die Großstädte Bremen und Hamburg in westlicher und nordöstlicher Richtung liegen.
Die ersten Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück, doch die urkundliche Erwähnung des Ortes ist unklar. Ein Schesla wurde zwar 805 im Diedenhofener Kapitular Karls des Großen genannt, doch ob damit das heutige Scheeßel gemeint war, bleibt fraglich. Sicher ist dagegen die Erwähnung in einer Verdener Bischofsurkunde von 1205. Scheeßel entwickelte sich im Mittelalter als Archidiakonat und Gografschaft des Bistums Verden und wurde nach der Reformation protestantisch geprägt. Kriege wie der Dreißigjährige und der Siebenjährige Krieg hinterließen tiefe Spuren, doch besonders die französische Besatzung im frühen 19. Jahrhundert brachte Veränderungen wie den Bau einer wichtigen Straße.
Heute ist Scheeßel vor allem für seine lebendige Tradition bekannt. Das Heimatmuseum zeigt auf historischen Hofanlagen das Leben vergangener Jahrhunderte, während Trachtengruppen wie die De Beekscheepers oder die Original Scheeßeler Trachtengruppe das regionale Kulturgut pflegen. Jährlich lockt ein großes Trachtenfest Besucher an, das weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt ist. Die Gemeinde verbindet damit Geschichte und Brauchtum in einer von Natur geprägten Landschaft.