Schottwien liegt im Industrieviertel Niederösterreichs, eingebettet zwischen den Zentral- und Kalkalpen. Rund drei Viertel des Gemeindegebiets sind von Wald bedeckt, während steile Kalkwände, zerklüftete Felsen und tiefe Täler das Landschaftsbild prägen. Der Semmeringpass verbindet hier das Mürztal mit dem Wiener Becken und bildet seit Jahrhunderten eine wichtige natürliche Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort Schottwien und dem kleinen Weiler Greis.
Die Geschichte des Ortes reicht bis in die Römerzeit zurück, als das Gebiet zur Provinz Noricum gehörte. Später wurde der Semmeringpass zu einer bedeutenden Handelsroute, über die bereits im Mittelalter Fuhrwerke mit Vorspann zogen. Schottwien entwickelte sich zu einer wichtigen Etappenstation für Reisende nach Italien, was ihm im 13. Jahrhundert sogar das Marktrecht einbrachte. Im Laufe der Jahrhunderte war der Ort immer wieder Schauplatz von Kriegen, Belagerungen und wirtschaftlichen Umbrüchen, etwa während der osmanischen Einfälle oder der Pestepidemien.
Heute ist Schottwien vor allem für seine historische Bedeutung und die malerische Umgebung bekannt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Wallfahrtskirche Maria Schutz und die Dreifaltigkeitssäule, die an die Überwindung der Pest erinnern. Die einstige Burg Klamm, einst ein wichtiger Kontrollpunkt über den Pass, steht heute als Ruine und Zeugnis vergangener Zeiten. Die Gemeinde profitiert zudem von ihrer Lage am Semmering, der nicht nur als Verkehrsweg, sondern auch als Wander- und Wintersportgebiet dient.