Schwangau liegt im bayerischen Allgäu, am südlichen Rand des Landkreises Ostallgäu, wo die Romantische Straße endet. Die Gemeinde erstreckt sich von den flachen Ufern des Forggensees bis zu den Gipfeln der Ammergauer Alpen, deren höchste Erhebung, die Hochplatte, fast 2100 Meter erreicht. Zwischen den Seen wie Schwansee und Bannwaldsee und dem Alpsee wechseln sich sanfte Hügel mit steilen Bergflanken ab, während die Pöllat als Gebirgsbach durch tiefe Schluchten stürzt.
Die ersten Spuren menschlicher Anwesenheit reichen bis in die Steinzeit zurück, doch erst die Römer hinterließen bleibende Spuren: Eine Straße führte durch das Gebiet, und in der Nähe von Füssen entstand eine Nachschubeinheit. Später siedelten sich Alemannen an, die dem Ort seinen Namen gaben. Urkundlich erstmals als „Castrum Swangowe“ erwähnt, war Schwangau lange Sitz der gleichnamigen Ritterfamilie, zu der auch der Minnesänger Hiltbolt gehörte. Nach dem Aussterben der Schwangauer wechselten die Burgen mehrfach den Besitzer, bis sie im 19. Jahrhundert unter König Max II. als Schloss Hohenschwangau wiederaufgebaut wurden. Sein Sohn Ludwig II. ließ hier das weltberühmte Schloss Neuschwanstein errichten.
Heute prägen die Königsschlösser das Bild der Gemeinde, die sich längst dem Tourismus verschrieben hat. Der Forggensee und die umliegenden Berge bieten Wander- und Erholungsmöglichkeiten, während der Kurpark und die Anerkennung als Heilklimatischer Kurort auf die gesunde Höhenlage verweisen. Am Bannwaldsee traf sich 1947 die legendäre Gruppe 47 zu ihrem Gründungstreffen, was die kulturelle Bedeutung des Ortes unterstreicht. Die typische Bauweise mit den markanten „Schupfen“ erinnert zudem an die Siedler aus dem Engadin, die nach der Pestzeit neues Leben in die Region brachten.