Seesen liegt am nordwestlichen Harzrand zwischen den Städten Göttingen und Hannover, eingebettet zwischen dem hügeligen Harzvorland und dem Harz als größtem norddeutschen Mittelgebirge. Die Stadt gilt als „Fenster zum Harz“ dank ihrer verkehrsgünstigen Lage. Zu ihren Nachbarorten zählen im Norden Bockenem und Lamspringe, im Osten Langelsheim und Clausthal-Zellerfeld, im Süden Bad Grund und im Westen Bad Gandersheim und Kalefeld.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Seesen im Jahr 974, doch der Name geht auf einen längst verschwundenen See zurück, der dem Ort einst den Namen Sehuson verlieh. Im Mittelalter prägten die Herren von Wohldenberg und das Hochstift Hildesheim die Region, bevor die Braunschweiger Herzöge die Herrschaft übernahmen. Die Burg Sehusa diente als Verwaltungszentrum, doch Kriege und Brände zerstörten den Ort mehrfach. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Seesen zu einem Zentrum jüdischen Lebens mit Schulen, einer Synagoge und einem Waisenhaus, das auch christliche Kinder aufnahm.
Heute ist Seesen vor allem für seine historische Kirche St. Andreas bekannt, die zum evangelisch-lutherischen Propsteisitz gehört. Die katholische Kirche Maria Königin und eine neuapostolische Gemeinde ergänzen das religiöse Leben. Die Stadt bewahrt zudem Spuren ihrer jüdischen Vergangenheit, darunter den Jacobstempel und den jüdischen Friedhof. Mit Stadtteilen wie Rhüden und Münchehof bildet Seesen ein Unterzentrum im ländlichen Raum.