Bad Gandersheim liegt im niedersächsischen Landkreis Northeim, eingebettet zwischen Leinebergland, Weserbergland und dem Harzvorland. Die Stadt erstreckt sich im Tal der Gande, die hier die Eterna aufnimmt, während im Norden der Höhenzug Heber aufragt. Etwa fünf Kilometer westlich öffnet sich das Leinetal, und zehn Kilometer östlich beginnt der Harz. Die Landschaft ist überwiegend bergig, geprägt von den sanften Erhebungen des Umlands.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, als Herzog Liudolf von Sachsen hier ein Frauenstift gründete. Schon zuvor gab es an dieser Stelle eine Kaufmannssiedlung. Im Mittelalter erlebte Gandersheim unter den Liudolfingern eine Blütezeit, zu der auch die Dichterin Roswitha von Gandersheim zählte. Die Stadt entwickelte sich zwischen den Machtzentren Stift, Burg und Bürgerschaft, bis sie sich 1329 von der Abhängigkeit des Stifts befreite. Nach der Reformation und der Auflösung des Stifts im frühen 19. Jahrhundert wandelte sich die Stadt, insbesondere durch den aufkommenden Kurbetrieb ab 1878.
Heute ist Bad Gandersheim als Kurstadt bekannt und trägt den Beinamen „Roswithastadt“ nach ihrer berühmten Dichterin. Die Stiftskirche prägt das Stadtbild, und seit den 1950er-Jahren finden vor ihrem Portal Freilichttheater-Aufführungen statt. Die Innenstadt wurde in den 1990er-Jahren modernisiert, und 2023 beherbergte sie die Niedersächsische Landesgartenschau. Die historische Bedeutung zeigt sich auch in den erhaltenen Klöstern und der evangelischen Prägung, während die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und das Glaubenszentrum auf dem Osterberg das religiöse Leben bereichern.