Selbitz liegt im Norden Bayerns, eingebettet im Frankenwald, etwa vierzehn Kilometer westlich der Stadt Hof. Der Ort wird vom Fluss Selbitz durchzogen, der von Süden nach Norden fließt und im Stadtgebiet den Rothenbach aufnimmt. Die Stadt gehört zum Bayerischen Vogtland und grenzt im Osten an den Naturpark Frankenwald.
Der Name Selbitz taucht erstmals im 14. Jahrhundert in verschiedenen Schreibweisen auf, etwa als „Seilbitz“ oder „Selwitz“. Der Ortsname geht vermutlich auf slawische Wurzeln zurück und könnte sich von einem Gewässernamen ableiten, der mit „Schildkrötenbach“ oder „Grüner Bach“ übersetzt wird. Im 19. Jahrhundert erhielten die Einwohner den Spitznamen „Bockpfeifer“, da sie als wandernde Musikanten mit Dudelsack unterwegs waren. Dieser Name prägt bis heute das Stadtbild, etwa im Wappen oder bei einem Brunnen am Rathaus.
Prägend für Selbitz war die Zeit als markgräflicher Besitz, der 1783 das Marktrecht erhielt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadtkirche durch kroatische Truppen niedergebrannt. Ein kurioses Kapitel der Geschichte ist der „Bierkrieg“ mit Naila, bei dem es um die Kontrolle über die lokale Brauerei ging. Heute ist Selbitz vor allem für sein jährliches Heimat- und Wiesenfest bekannt, bei dem die historische Gerichtsverhandlung nachgestellt wird. Das Stadtarchiv und ein Schulmuseum bewahren die lokale Geschichte.