Selm liegt im nordwestlichen Teil des Ruhrgebiets, eingebettet zwischen dem Münsterland und der Lippe. Die Stadt erstreckt sich über eine flachwellige Landschaft, die von der Stever im Nordwesten und der Lippe im Süden geprägt wird. Mit ihren vier Stadtteilen – Selm, Beifang, Bork und Cappenberg – bildet sie eine Mischung aus ländlichem und industriell geprägtem Raum. Der höchste Punkt erreicht über hundert Meter, während die Lippeaue im Süden auf etwa vierzig Meter absinkt.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, doch urkundlich taucht Selm erstmals im neunten Jahrhundert auf. Damals noch als „Seliheim“ bekannt, entwickelte es sich über Jahrhunderte zu einem Ort, der vom Bergbau und der Landwirtschaft lebte. Die Zeche Hermann in Beifang brachte im frühen 20. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch die Stilllegung des Bergwerks stürzte die Gemeinde in eine tiefe Krise. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten vor allem Bergleute aus der Umgebung das Bild der Stadt.
Heute ist Selm bekannt für seine historische Linde, die als Symbol der Vemlinde gilt, sowie für das barocke Schloss Cappenberg. Die Stadt machte bundesweit Schlagzeilen durch eine kreative Aktion gegen übermäßige Verkehrsbeschilderung, bei der gelbe Säcke die Schilder verdeckten. Mit einer Mischung aus ländlichem Charme und industriellem Erbe bietet Selm eine einzigartige Umgebung zwischen Ruhrgebiet und Münsterland.