Thiersee liegt im Tiroler Unterland, südöstlich des Ursprungpasses, und erstreckt sich im Thierseetal. Die Gemeinde grenzt direkt an den Freistaat Bayern und ist flächenmäßig die zweitgrößte im Bezirk Kufstein. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist der Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs mit fast 2000 Metern, während der niedrigste Punkt auf etwa 530 Metern liegt. Wälder bedecken den Großteil des Gebiets, gefolgt von Almen und landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Erstmals erwähnt wurde Thiersee im Jahr 1224 unter dem Namen Tyrsse, vermutlich abgeleitet von einem althochdeutschen Begriff für „See des Teor“. Bis 1504 gehörte das Gebiet zu Bayern, bevor es an Tirol fiel. Im Spanischen Erbfolgekrieg erlitt der Ort schwere Zerstörungen durch Plünderungen. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurde Thiersee durch den Bau einer Fahrstraße von Kufstein aus besser erschlossen, was zu einer verstärkten Bautätigkeit führte.
Bekannt ist Thiersee vor allem für seine Passionsspiele, die seit 1799 alle sechs Jahre aufgeführt werden und als lebendiges Bekenntnis zum christlichen Glauben gelten. Zwischen 1946 und 1952 war der Ort zudem ein bedeutendes Zentrum der österreichischen Filmproduktion, wo Filme wie „Das doppelte Lottchen“ entstanden. Die Gemeinde lebt heute von Landwirtschaft, Tourismus und dem nahen Thiersee als Ausflugsziel.