Thüringerberg liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, in Vorarlberg, und gehört zum Bezirk Bludenz. Auf fast 900 Metern Höhe breitet sich der Ort am Südhang des Walserkamms aus, wo das Große Walsertal in die Lutz mündet. Das Gemeindegebiet steigt von dort aus 300 Meter nach Norden an und umfasst den Hochgerach sowie die Tälispitze als höchste Punkte. Wälder bedecken mehr als die Hälfte der Fläche, während ein Viertel landwirtschaftlich genutzt wird und fast ein Fünftel aus Almen besteht.
Bereits um das Jahr 800 war das Gebiet westlich des Falsterbachs, auch Schloßtobel genannt, besiedelt. Eine Urkunde aus dem Jahr 831 erwähnt ein „Montaniola“, das vermutlich die Berghalde Richtung Schlins bezeichnete. Die Herrschaft Blumenegg umfasste später die heutigen Orte Bludesch, Ludesch, Thüringen und Thüringerberg, dessen Burgruine erstmals 1265 erwähnt wird. Im Appenzellerkrieg 1405 zerstört, wurde sie fünf Jahre später wiederaufgebaut, brannte aber 1774 nieder und blieb seitdem eine Ruine. Mit dem Übergang an die Habsburger 1804 und die spätere Zugehörigkeit zu Bayern und Österreich blieb die Region bis ins 19. Jahrhundert landwirtschaftlich geprägt.
Die Burgruine Blumenegg und die katholische Pfarrkirche zum heiligen Andreas mit ihrem Friedhof prägen das Ortsbild. Die Gemeinde ist bekannt für ihre traditionelle Landwirtschaft, wobei ein Teil der Betriebe im Nebenerwerb geführt wird. Persönlichkeiten wie der Barockbildhauer Nikolaus Moll oder der Politiker Johann Müller stammen von hier. Die bewaldeten Hänge und Almen bieten zudem eine reizvolle Umgebung für Wanderungen.